Und dann..

Ich möchte nicht sprechen, denn die Worte haben, wenn sie meine Lippen öffnen, viel zu schroffe Wände.
Und die Nacht ist kalt.
Und mein Mund ist trocken.
Manchmal glaube ich, wir können unsere Stimmen hören.
Dann halten wir inne und der Norden liegt schwer auf unseren Ohren.
Und ich kann Töne hören, die aus der Ferne kommen.
Und in der Nähe kann ich deine Rauchwolken schweben sehen.
Und ich möchte nicht sprechen.
Und ich möchte nicht gehen.
Dann, plötzlich, bist du.
Und dann sprechen wir.
Und dann gehen wir.
Und lauschen dem Lied der Sehnsucht.

Scherben

Tage und Nächte lang hast du dich frei gefühlt.
Du hast gelacht, du hast geträumt. Du hast geglaubt, jeder nächste Schritt könnte dich zu einem Wunder führen. So kostbar und zerbrechlich, dass du in der fahrigen Unachtsamkeit deiner Begeisterung nur Scherben unter deinen Füßen fandest.
Und dein Herz wurde schwer, die nackten Solen ein Kunstwerk aus Purpur.

Schneeflocken

Schneeflocken.

Schneeflocken, die auf deiner Haut zergehen.

Ich sehe dein Gesicht in Mitten von Weiß.

Schneeflocken auf deinen Wimpern.

Und stelle mir das feine Kribbeln vor,

das jetzt sacht deine Sinne schärft.

Und habe Schneeflocken in meinem Herzen.

Und ich stelle mir vor, wie deine Lebendigkeit

den Schnee zum Schmelzen bringt.

Auf dass er feine Linien auf deine Arme male.

Winter

Winter

Kurze Tage flüchten stets,
vor langen Schatten dunkler Nächte.
Doch manch ein Sonnenstrahl die müden Pflanzen in Versuchung brächte.
Spricht leis‘ von jenen Frühlingstagen,
wenn sie wieder Blüten tragen.
Und ist doch flüchtig wie die Zeit,
ein Trotzen der Vergänglichkeit.

Der Vogelkäfig

Der Vogelkäfig

Gestorbene Sehnsucht drückt den Körper nieder,
denn seine Flügel haben in der gefangenen Unbrauchbarkeit das Fliegen längst verlernt.
Träume von Freiheit,
grenzenlos,
sind in der Fremde der Gitterstäbe erstickt.
Ein Flügelschlagen wie aus weiter Ferne
treibt wie ein Herzschlag Leben an,
auch wenn der Geist die Flügelschläge lang nicht mehr zuordnen kann.
Verblasst ist der Glanz, der die Augen belebt.
Nach endlosen Himmeln und Weite er strebt.
Stumpf ist der Blick, der keine Regung mehr hält,
dringt weder in innere noch äußere Welt.
Nur manchmal,
wenn ein Windesstoß fährt unter samtenes Gefieder,
dann kehrt im ausgezehrten Herzen
kaum bemerkte Wehmut wieder.